Die Armeewaffe gehört ins Zeughaus!

Seit Anfang diesen Jahres können Wehrpflichtige ihre Armeewaffen freiwillig in Zeughäusern deponieren. Nach schrecklichen Vorfällen und der Einreichung einer Volksinitiative, welche ein Verbot der Aufbewahrung der Armeewaffen zu Hause fordert, erlaubt die Regierung gnädigerweise, dass Armeewaffen freiwillig abgegeben werden können.
 
Laut ersten Zeitungsberichten scheint das Interesse an der Abgabe gering zu sein (bis heute haben 19 Wehrpflichtige ihre Waffen deponiert). Der Präsident der Schweizerischen Offiziersgesellschaft, Hans Schatzmann, sieht darin eine Bestätigung, dass die Volksinitiative „Schutz vor Waffengewalt“ (welche das Aufbewahren der Armeewaffe zu Hause verbieten will) übers Ziel hinaus schiesse und die „Waffenproblematik relativiere“. Mit Verlaub, Herr Schatzmann, aber das ist einfach völliger Humbug. Ich habe nicht unzählige Male in klirrender Kälte Unterschriften für diese Initiative gesammelt, um zu bewirken, dass die Armeewaffe freiwillig abgegeben werden kann. Und die Leute, die bei den Unterschriftsständen teilweise Schlange gestanden sind, um für die Initiative zu unterschreiben, taten dies auch nicht, um danach zu hören, dass die Waffenproblematik nicht so relevant sei.
 
Morde werden nicht von Leuten begangen, die bereit sind, ihre Armeewaffen abzugeben. Natürlich kann ein grosser Teil der Wehrpflichtigen mit ihrer Armeewaffe umgehen und schliesst sie zu Hause verantwortungsvoll weg. Diejenigen Personen, welche mit der Armeewaffen aber Familien auslöschen oder Unbekannte erschiessen, würden ihre Waffe aber niemals freiwillig abgeben.
 
Es gibt schlichtweg keinen einzigen Grund, eine Armeewaffe den Wehrpflichtigen mit nach Hause zu geben. Die Waffe wird zu Hause für nichts, aber auch gar nichts benötigt (ganz im Gegensatz zu Messer oder Hammer, welche einen anderen Verwendungszweck haben, weswegen das „man kann auch mit Messer oder Hammer töten“-Argument denkbar schlecht ist). Traditionelle Gefühle in Ehren, aber die Bedrohungslage der heutigen Zeit verlangt nicht nach einer Aufbewarhung der Armeewaffe zu Hause. Im Gegenteil, jede Armeewaffe, die zu Hause in falschen Händen ist, stellt eine Bedrohungslage gegenüber Personen dar.
 
Hier zu argumentieren, dass es nur wenige durch eine Armeewaffe ausgelöste Todesfälle gäbe, ist zynisch und eine Ohrfeige für die Opfer und deren Angehörige. Denn jedes Menschenleben, das durch eine Armeewaffe ausgelöscht wird, ist eines zu viel. Und wenn auch nur ein Todesopfer verhindert werden kann, indem ein Zwang besteht, die Armeewaffe im Zeughaus abzugeben, so hat sich dieser Zwang bereits gelohnt.
 
Die Armeewaffe zu Hause ist ein alter, unnötiger und höchst gefährlicher Zopf. Daher ist die Volksinitiative „Schutz vor Waffengewalt“ zu befürworten und unbedingt anzunehmen.

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